30. März 2013

Als mich Anfang des Jahres mein Mitbewohner darum bat auszuziehen, war mir wirklich nicht wohl. Nach 4 Jahren sollten sich die Wege also trennen. Zwar hatte ich oft überlegt auszuziehen, jedoch ernüchterte ich jedes einzelne Mal, als ich mir den Wohnungsmarkt betrachtete. Für mich stand fest: ich möchte mich verbessern. Mir sagte zwar mal ein Freund, der in New York lebte, dass es hilft in kleinen Wohnung die Ecken zu benennen: Esszimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bibliothek. Aber nein: ich wollte nicht so einen wie ein Großstadtneurotiker mit 1-Zimmer, Crackküche, Diele, Bad.

Nach einer verbitterten Suche gab ich innerlich auf und freute mich auf den Urlaub, den ich passender Weise in die heiße Phase der Suche gelegt hatte. Aber dann: 2 Zimmer in einer WG, zentral in Kiel, schöne Küche, ein besseres Bad und einen Mitbewohner der ruhiger nicht sein könnte, kaum zu Hause ist und für mich mit Abwäscht – zu allem Überfluss des Guten nur 2 Tage vor meinem Urlaub alles eingetütet.

Dieser Punkt – Mitte Februar – veranlasste mich wieder mit einem Lachen durch das Leben zu gehen. Es folgte ein Urlaub in München bei meinen Freunden, mit bescheuerten Mützen, vielen Rochen und Haien im SeaLife, Pinguinen, Eisbären und Ziegen im Zoo, Gedanken zur Gestaltung meiner neuen Zimmer, bestellen eines Waschtrockners und das systematische leerkaufen der Haushaltsabteilung bei Karstadt.

Das erste Mal seit vielen Monaten ist mein Funke zurück: ich mache wieder schlimme Witze, bin rassistisch, ignorant und ein völliges Arschloch. Ich ehrlich gesagt habe ich das ein wenig vermisst.

Der nächste Schritt war meine Kameraausrüstung zu vervollständigen, Studiolicht zu kaufen, meine Festplatten aufzuräumen und Konzepte zu schreiben. Mein Plan: YouTube Videos machen um meine schirr grenzenlose Selbstverliebtheit weiter in die Welt zu tragen, meine intoleranten Weltanschauungen und meine nicht enden wollende Dekadenz, garniert mit einem Hauch von Ignoranz.

Nach einem Monat bin ich angekommen in meinem neuen Lebensumfeld. Ich tue wieder so als ob ich arbeite, lese Bücher, die meinen Meschenhass nur noch weiter schüren, habe mir ein Skateboard mit der Vorstellung gekauft das ich Tony Hawk bin und ernähre mich von mehr JunkFood um den Menschen zu zeigen wo ihr Platz ist: in meinem Schatten.

Warum ich das alles mache? Ich bin Größenwahnsinnig und brauche das Geld!